top of page

Der Norden. Große Liebe zur Weite und dem Nichts.

Jetzt kommt der Teil der Reise, der für mich/uns wohl der beeindruckendste war.

Wir hatten uns von Trondheim aus entschieden, der E6 zu folgen und keine weiteren großen Abstecher zu machen.

Die meisten Reiseführer zum Nordkap beginnen erst in Trondheim und bieten am Weg Abstecher ans Meer, in die Fjorde und die kleineren Städte an.

Wir hatten so viel gesehen, dass wir uns jetzt auf das Wesentliche konzentrieren konnten.

Es war der 21.09.2022 und zu diesem Zeitpunkt zeigt sich auch, dass ein Geburtstag am Nordkap möglich wäre. Also fuhren wir so darauf hin.

Zu diesem Zeitpunkt benötigte Micki schon mehr Öl als normal und der tägliche Öl- und Wassercheck gehörte zur Morgenroutine.

Ein 5-Liter-Kanister gehörte als Reserve zum Standard.

Wir hatten schon unsere Erfahrungen mit der Ölbesorgung in Schweden und Norwegen gemacht. Es ist die Suche nach purem Gold, wenn das Automobil, sowie Micki, 15W-40 benötigt.

Da Norwegen komplett auf Elektroautos umgestellt ist, fanden wir in Autozubehörläden zum größten Teil nur große Augen, Kopfschütteln und Unverständnis, aber nicht unser Öl. An Tankstellen wurden wir fündig.

Lkw Diesel (70 Euro). Ein Satz zum Diesel: 1Liter circa 3 Euro.

Das war nicht nur meine schönste und anstrengendste Reise meines Lebens, auch die teuerste. Aber sie war jeden Cent wert!



Da ich wenig Kirchen bis jetzt fotografiert hatte und Pepper und Micki Pausen mochten, machten wir unsere erste Pause hinter Steinkjer.

Auf spontanen Pausen gibt es immer was zu entdecken.

Hier stießen wir auch das erste Mal bewusst auf die Auswirkungen der deutschen Geschichte in Norwegen.

Wer denkt schon an den Krieg der Deutschen, wenn eine Nordkap-Tour geplant wird ...





Mit ein paar Schlängeln und auf und ab als Ausnahme ging unsere Route für die nächsten Tage konsequent geradeaus nach Norden.



Namsskogan-Nordland.



Irgendwie war das Fahren gemütlich.


Irgendwo in der Nähe von Trofors fanden wir diesen schönen Campingplatz.

Es war nass und kalt, aber dank guten Schlafsack und einer scharfen Suppe war es kein Problem. Was für eine Aussicht, was für eine Natur!


22.09.2022

Vorbei am Elsfjord.




Mosjoen


Elsfjord

Die E6, auch genannt "Blood Road" (Blutstraße). Diese super Straße, auf der wir fuhren, über die wir uns gefragt hatten, wie eine solche Straße in diese Gegend gebaut werden konnte, war getränkt von Blut und Schuld.

Immer wieder passierten wir und hielten an Gedenkstätten.

Arbeitslager der Deutschen entlang der Straße, wo circa 100.000 sowjetische und jugoslawische Soldaten während des zweiten Krieges verschleppt wurden und unter bestialischen Bedingungen diese Straße erschufen. 60 % starben dabei.

Wie weit diese Pest doch gekommen war und Leid gebracht hatte.

Wir waren stumm und sehr traurig danach.


Nähe Storforshei

Danach fuhren wir die E6 bedächtiger und nachdenklicher ...





Der nördliche Polarkreis.

Eigentlich ist er ja nicht statisch, aber es war auch irgendwie schön einen Ort zu haben, wo wir uns das Übertreten bzw. Überfahren verdeutlichen konnten.

Zudem war die Gegend wunderschön und mystisch. Ein wenig Mondlandschaft.


Mein absoluter Lieblingsberg. Irgendwie thront er wundervoll.


Durch Rokland.






Campingplatz gefunden! Fauske.

Es blieb kalt.



23.09.2022

Pause in Straumen und dann ging es wieder steil nach oben.

Das konnte uns, aber nicht mehr schocken!




Wie wundervoll, Morsvikbotn.

Wir liebten diese Gegend, Ruhe und Einsamkeit.


Was für Farben, was für Licht.








Storjord i Tysfjord.

Fähre, diesmal länger und wir mussten in diesem bezaubernden Hundezimmer Platz nehmen.

Aber wir waren wie immer gut vorbereitet und machten es uns schön.

Ob Menschen ihre Tiere hier wirklich in diese kleinen Zwinger einsperren und an Deck essen und einkaufen gingen?

Ankunft Lordingen.



Feiner Platz am Gullesfjord.





Pepper wollte trotz schöner Aufmachung nicht in die Hundedusche.

Hier im Norden gibt es manchmal warme und gemütliche Aufenthaltsräume mit Kochnische. Bei dem Wetter bestimmt sinnvoll, wir grillten trotzdem.

Aber dann konnte ich auch keine Würstchen mehr sehen, ganz im Gegenteil zu Pepper.



24.09.2022

Stokmarknes-Vesteralen

Wir waren eingeladen in der GOD Dialog Klinik.

(Hier wird noch ergänzt. Am Ende der Reise wird es aber auch einen Blogeintrag geben mit allen Besuchen.

Die Beiträge werden aber erst gepostet, wenn alles mit den jeweiligen Beteiligten abgesprochen ist.)


Leider gab es kein Whale watching mehr.

Weiter ging es.


Lofoten. Unser Indian Summer. Ohne Worte.

Pepper mittlerweile sehr souverän in der Schifffahrt.


Laupstad




Svolvaer


Moskenesoya


Reine


Absolut der "Hipster-Campingplatz".

Am Morgen war so Sturm, dass ich Pepper nicht während der Dusche allein lassen wollte. Es war laut, nass und Micki wackelt am ganzen Körper.

LOS. Weiterfahren!



Und wirklich, es wurde irgendwann Licht!

Kleppstad-Kabelvag


Svolvaer – Tovik




Bardu -große Liebe. Hier mochten wir gerne sein. Liebe Menschen, tolle Gegend.





Die Nacht war wieder kalt gewesen, Micki wollte morgens ziemlich viel Öl und so war das einzige Ziel nach Abfahrt die Tankstelle. Öl kaufen und wieder tanken.

Gut is.

Ich erinnere mich genau an diesen Morgen, denn ich war so hungrig nach dieser kalten Nacht.

Ich kam in die Tankstelle und die Auslage war so anders, als wie ich sie kannte.

Morgens um 8.00 h gab es dicke, große und warme Baguettes mit Rindfleisch und Sauce hollandaise. Schön warm.

Das beste, was mir seit Langem passiert war und ich unter "normalen" Umständen nie essen würde.

Vielleicht gibt es das Essen, weil dort ein großer Stützpunkt der norwegischen Armee ist und auch ansonsten nur Lkw-Fahrer*innen unterwegs waren?

Die brauchen ja etwas Richtiges, wie ich an diesem Morgen.

Es weckte alle meine Lebensgeister.

Peppi war natürlich auch sehr begeistert.







Und wieder ein Tal, Meer und wunderschöne Berge.

Es hörte einfach nicht auf. Nie.